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Nr.01 Fw200, Pilot: Karl- Richard Friebel, Absturz: 05 Mai 1945 bei Böllstein/ Fürth

Flugzeugtyp: Fw200 C3 „Condor“

Flugzeugkennung: G6+AY

Pilot: Uffz. Friebel

Einheit: unbekannt

Datum: 5.Mai. 1943, Uhrzeit: 13:50

Angriffsziel: Flucht aus Österreich

Absturzursache: Flak

Absturzort: Notlandung in Böllstein bei Fürth im Odenwald                       

Status: alle überlebt

Heimatflughafen: Micheldorf bei Linz in Österreich                     

Absturzhergang:

 

Samstag,den 5.Mai 1945 in Micheldorf (Österreich)

 

Der Flugzeugführer Oblt. Stahnke gab Pilot Uffz. Friebel den

Befehl die FW 200 „Condor“ zu sprengen, da die vorrückende

amerikanische Linie schon das naheliegende Linz beschoss. Danach machte sich

Oblt. Stahnke mit einer Fisseler Storch aus dem Staub.

Nachdem Oblt. Stahnke den Flugplatz verlassen hatte beschloss

Pilot Uffz. Friebel mit der „Condor“, Kennung: >>G6+AY<< zu starten

und soweit wie möglich nach Norden zu fliegen.

Bremen sollte das Ziel sein. Mit an Bord waren Stahnkes Freundin Ingrid,

Feldwebel Kirchhoff mit seiner Freundin, die Rotkreuzschwester

war, sowie die Besatzung der FW „Condor“.

Um 13:50 hob die Maschine von der aus Gras bestehenden Landebahn

ab mit 3000 Liter Kerosin in den Tanks Richtung Norden.

Im Tiefflug flogen sie über die vorrückenden amerikanischen Panzerspitzen um

keinen großen Schusswinkel zu bieten.

Der Kurs führte über Lambach, Ried und in der Nähe von Braunnau

über den Inn.

An der Innbrücke hatten die Amerikaner eine Vierlingsflack

stationiert die auf die „Condor“ das Feuer eröffnete.

Die Leuchtspurmunition traf mehrfach das Flugzeug, unter anderem den

rechten Innenmotor der darauf ausfiel und ein großes Loch

entstand durch einen Treffer in dem rechten Querruder.

Durch den Beschuss wurde auch das Hauptstromaggregat getroffen,

das zur Folge hatte dass der größte Teil der Instrumenten im Cockpit

ausfielen. Es standen nur noch der Flüssigkeitskompass sowie

der barometrische Höhenmesser zu Verfügung.

Die Mannschaft musste nun mit Landkarte und Bodensicht die Richtung

halten.

Das Wetter war anfänglich noch gut, verschlechterte sich aber

zunehmend je weiter der Flug nach Norden führte.

Uffz. Friebel steuerte die „Condor“ in höhere Luftschichten um dem

diesigen Wetter aus dem Weg zu gehen dass aber keinen großen Erfolg

brachte.

Der Flug führte quer über Bayern und folgende Orte:

Pfarrkirchen, Reisbach, Dingolfing, Weng, Ergoldsbach,

Abendsberg an der Donau, Pondorf, Kinding und Greding.

Die Sicht wurde immer schlechter und die Bewölkung nahm zu.

Der Horizont war inzwischen zugezogen und der Flug führte direkt

in eine Schlechtwetter Front.

Die Spritvorräte der Maschine gingen langsam zu neige und

Uffz. Friebel dachte über eine Notlandung nach.

Durch den Ausfall der Fluginstrumenten fiel Uffz. Friebel nicht auf

dass die „Condor“ inzwischen an Flughöhe verloren hatte.

Durch das diesige Wetter erkannte Uffz. Friebel im letzten Moment

einen Bergrücken vor sich, den er durch Geistesgegenwart noch

rechtzeitig überwinden konnte.

Die Maschine sackte danach durch und vor dem Cockpit tauchte der

Turm des Schulgebäudes von Böllstein auf. Durch eine schnelle

Reaktion konnte Uffz. Friebel das linke Querruder einschlagen

sodass die rechte Tragfläche gerade noch über die Turmspitze kam

ohne sie zu berühren.

Danach flog er eine scharfe Rechtskurve streifte ein Waldstück wodurch der

rechte Innenmotor sowie das Seitenruder abgerissen wurde

und setzte die „Condor“ um 16:50 Uhr unmittelbar danach auf einer Anhöhe auf.

Uffz. Friebel setze die  „Condor“ zuerst mit dem Schwanzende auf

um einen Überschlag zu verhindern.

Nach 100 Meter kam sie dann zum stehen.

Die Bordbesatzung verließ die „Condor“ um die Schäden zu begutachten.

Danach nahmen sie mit der Bevölkerung von Böllstein Kontakt auf um

ihre Uniformen gegen zivile Kleidung einzutauschen.

Dieses musste schnell geschehen da mit der Ankunft von

amerikanischen Soldaten zu rechnen war.

Nachdem die Besatzung sich neu eingekleidet hatte machten sie sich

getrennt auf den Weg nach Norden zu ihren Familien.

Nach 55 Jahren haben sie sich noch einmal in Böllstein getroffen um die

Notlandung noch einmal lebendig werden zu lassen.

 

 
 

Nachgestellte Szene an der Original Notlandestelle

 
 Die original Absturzstelle mit Maschine in Böllstein.  Photo: privat

 

Klaus Deschner

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